Fotoarchiv

Seid recht tapfer, ich bin es auch

Bruno Tesch (* 22.April 1913 in Kiel) lebte in seiner Kindheit bei seiner Mutter in Italien und kam 1925 zu seinem Stiefvater nach Hamburg. Er lernte ab 1929 den Beruf des Klempners. Nach Beendigung der Lehre war er arbeitslos und ging zum Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD).

Seit 1930 gehörte er der Sozialistischen Arbeiterjugend an, trat aber bald zum Kommunistischen Jugendverband Deutschlands über.

Am 17. Juli 1932, der später als Altonaer Blutsonntag in die Geschichte einging, versuchten Kommunisten, unter ihnen Tesch, einen Aufmarsch der Nationalsozialisten durch die Altstadt der Arbeiterhochburg Altona zu verhindern. Bei den eskalierenden Auseinandersetzungen wurden zwei SA-Leute und 16 unbeteiligte Bürger erschossen, letztere durch Kugeln der Polizei. Tesch, der in eine Schlägerei mit Teilnehmern des Demonstrationszuges verwickelt war, soll danach angeblich Schüsse abgegeben haben.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kam es vor dem NS-Sondergericht Altona zur Aufnahme eines Prozesses. Obwohl die Ermittlungsergebnisse der Justizbehörden keine stichhaltigen Beweise für seine Schuld erbrachten und nicht einmal die Mitnahme einer Schusswaffe nachgewiesen werden konnte, wurde Tesch zusammen mit Walter Möller, Karl Wolff und August Lütgens zum Tode verurteilt und am 1. August 1933 auf dem Hof des Gerichts (heute residiert dort das Amtsgericht Altona) mit dem Handbeil geköpft. Dies waren die ersten Hinrichtungen im Dritten Reich.

(† 01.August 1933 in Altona/Elbe)

 Quelltext: http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Tesch_(Kommunist)

 

Wir waren ja keine Helden

Getrud Liebig (* 22.März 1917 in Frankfurt) ist als Tochter einer Arbeiterfamilie begann als 14-jährig eine Büroausbildung und trat der Gewerkschaftsjugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten (ZdA) bei.

Mit anderen Jugendlichen aus dieser Gruppe war sie auch nach dem Januar 1933 und der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nazis illegal aktiv. Die Gruppe druckte Flugblätter, verteilte Zeitungen und setzte sich mit anderen für die Einheitsfront des Widerstands ein.

Durch Verrat wurden 21 Jugendliche der Gruppe verhaftet, so auch Gertrud Liebig, siebzehnjährig, am 5. Oktober 1934. Nach der Freilassung 1935 behielt sie Kontakt zu der Jugendgruppe und unterstütze weiterhin gefangene Freunde und Kollegen. 1943 heiratete sie Paul Grünewald, der ihrer Jugendgruppe angehörte und über Jahre im Gefängnis und KZ einsaß.

Nach 1945 blieb sie politisch in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) und der Kommunistischen Partei aktiv. Bis ins hohe Alter hat sie Kontakt mit den Mitgliedern der früheren Gewerkschaftsjugendgruppe.

Quelltext: http://www.widerstand-portrait.de/portraits/gertrud-gruenewald.html

 

G = geheim

Hans Gasparitsch (* 30.März 1918 in Stöckach) wuchs als Einzelkind in Ostheim auf. Die Realschule musste er abbrechen, nachdem sein Vater das Schulgeld nicht mehr bezahlen konnte. Er begann daraufhin 1932 eine Lehre zum Schriftsetzer.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten bildete sich in Gasparitschs Freundeskreis, der sich zunächst als Wandergruppe formiert hatte, eine Widerstandsgruppe, deren Leitung Fritz Brütsch, alias Kolka übernahm: die Stuttgarter „Gruppe G“, was „Gemeinschaft“ bedeutete. Von den Mitgliedern wurden unter anderem Flugblätter gegen Hitler hergestellt und verteilt.

Am 14. März 1935 schrieb Hans Gasparitsch, der in der Gruppe G den Tarnnamen „Micha“ trug, auf die Sockel der Rossebändiger-Statuen im Unteren Schlossgarten in roter Farbe „Hitler = Krieg“ und „Rot Front“. Ohne es zu merken, bekleckerte er dabei seine Kleidung mit der roten Farbe. Dadurch wurde er überführt, als er eine Stunde nach der Tat noch einmal in den Schlossgarten zurückkehrte, um sein Werk zu betrachten.

Gasparitsch wurde am 25. März 1936 zu zweieinhalb Jahren Gefängnis auf dem Oberen Kuhberg in Ulm verurteilt. Etwa 20 junge Leute im Alter zwischen 14 und 26 Jahren wurden in diesem Prozess wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt; ein Fotoalbum im Haus Gasparitsch hatte der Polizei die Spuren gewiesen.

Aber er wurde nicht, wie erwartet, am 26. Oktober 1937 entlassen, sondern in verschiedenen KZs inhaftiert. Zunächst kam er bis zum 15. November 1937 in „Schutzhaft“ im KZ Welzheim, dann nach Dachau. Vom 27. September 1939 bis zum 2. März 1940 war er im KZ Flossenbürg, danach wieder in Dachau, ehe er wegen einer Denunziation am 18. Juli 1944 ins KZ Buchenwald verlegt wurde. Er war am 11. April 1945 an der Selbstbefreiung der Häftlinge in Buchenwald beteiligt.

Im Mai 1945 kehrte er nach Stuttgart zurück, wo er bis 1948 bei der amerikanischen Militärverwaltung mit Entnazifizierungsuntersuchungen beschäftigt war.

(† 13.April 2002 in Stuttgart)

Quelltext: http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Gasparitsch

 

Ich hatte Angst und Herzklopfen

Heinz Gärtner (* 01.März.1916 in Hamburg) verlebte seine Kindheit im Hamburger Stadtteil Winterhude. Hier besuchte er die Schule Forsmannstraße, an der er 1932 die Mittlere Reife ablegte. Zusammen mit seinen drei Schwestern erlebte er frühzeitig eine politische Prägung durch das sozialdemokratische Elternhaus. In einer, 1931 in der Schule geschriebenen, Jahresarbeit befasste sich Heinz Gärtner ausführlich mit dem Programm der NSDAP. In aller Deutlichkeit warnte er vor den Folgen einer Hitler-Diktatur.

Bis zur letzten demokratischen Wahl beteiligte er sich an der Parteiarbeit. Trotz der ständigen Bedrohung stand für Heinz Gärtner die Fortsetzung des Kampfes gegen den Nationalsozialismus im Untergrund außer Frage.

Am 27. April 1936 wurde Heinz Gärtner von der Gestapo abgeführt. Es folgten vier Wochen Einzelhaft mit Verhören und Misshandlungen im Konzentrationslager Fuhlsbüttel. Heinz Gärtner wurde schließlich wegen der Fortführung der SAJ-Gruppenarbeit zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Der gesamte Umfang seiner Widerstandsarbeit war glücklicherweise nicht ans Licht gekommen. Seine Strafe verbüßte Heinz Gärtner im Jugendgefängnis Hahnöfersand. Am 28. Oktober 1937 wurde er entlassen.

Obwohl 1936 für wehrunwürdig eingestuft, wurde Heinz Gärtner 1943 zur Wehrmacht eingezogen. 1946 kehrte er aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück und beteiligte sich zunächst am Aufbau der sozialdemokratischen Kinder- und Jugendorganisation "Die Falken”.

(† 03.September 2001)

Quelltext http://verfolgte.spd-hamburg.de/cms-biographien/biographien/index.php?id=54 

 

Ein BDM-Mädchen verweigert sich

Wera Jeske (*1924 in Berlin) ist begeistert vom Bund Deutscher Mädel (BDM), der Unterorganisation der Hitler-Jugend für Mädchen. Doch ihre Begeisterung bekommt langsam Risse. Wera ist nämlich auch überzeugte Christin. Als Wera den Befehl erhält, ihre BDM – Gruppe genau während des Konfirmandenunterrichts zum Dienst einzubestellen, kommt sie in Gewissenskonflikte. Sie entschließt sich, den Dienstplan zwar weiterzugeben, fügt aber hinzu, jedes Mädchen müsse selbst entscheiden, was es für wichtiger hält. Sie bekommt eine Rüge vom BDM. Trotz des Drucks bleibt sie stark. Im Sommer 1939 wird sie schließlich auf dem Marktplatz von Berlin – Mariendorf öffentlich aus dem Bund Deutscher Mädels ausgeschlossen.

Mut im Alltag beweist Wera auch während des Krieges. Sie muss in einem Kommando arbeiten, das die Schäden in Rüstungsfabriken nach alliierten Fliegerangriffen feststellen soll. Ihre Vorgesetzten redet sie mit „Herr Schulze“ und „Herr Lehmann“ an – statt den Offiziere, wie befohlen, mit ihrem vollen Dienstgrad anzusprechen.

Quelltext Katalog „Es lebe die Freiheit“

 

Opposition in der Mansarde

Bernhard Becker (*07. Dezember 1914 in Frankfurt) und sein Zwillingsbruder Ludwig Becker wuchsen bei ihren Großeltern im Frankfurter Nordend auf. Wenig Nestwärme, eher das Nötige: Volksschule, Abschluss, Lehre als Dekorationsmaler, Gesellenprüfung. Bernhard sucht sich Nähe und Familie in der katholischen Jugend. Hier findet er geistige Orientierung und politisch offene Diskussion. Denn die Nazis sind ihm verhasst

Ab 1936 setzen sich in der Gemeindeleitung Verantwortliche durch, die weniger auf Konfrontation als auf Stillhalten gegenüber dem NS – System drängen. Im gleichen Jahr wird das „Gesetz über die Hitlerjugend“ erlassen. Von nun an ist die HJ für die „gesamte körperliche, geistige und sittliche Erziehung der Jugend in Deutschland außerhalb von Schule und Elternhaus“ zuständig.. Er sammelt junge Katholiken um sich und trifft sich mit ihnen in seinem Atelier. Bernhard Becker, selbst erst 22 Jahre alt, kann Jugendliche begeistern. Die Gestapo sucht einen Vorwand, ihn zu verhaften und behauptet, Becker sei kommunistischer Agent. Der unsinnige Vorwurf reicht aus, ihn und acht Mitglieder seiner Gruppe am 27. November 1937 festzunehmen. Die meisten Jugendlichen kommen rasch wieder frei, Becker nicht. Zwei Gestapo Männer misshandeln ihn mehrere Tage lang – ohne Unterlass, wie von Sinnen. „ Der Bernhard hat zuletzt kaum noch etwas sehen und hören können, so war er zugerichtet“, berichten Mithäftlinge.

Am 14. Dezember 1937 wird Bernhard Becker in seiner Zelle im Polizeigefängnis Hammelgasse tot aufgefunden. Der Öffentlichkeit will die Gestapo weismachen, Becker habe sich umgebracht. Niemand glaubt das. Der frühere Pfarrer der St. Bernhard – Gemeinde, Alois Eckert, der selbst einige Monate in Haft gesessen hat, begräbt Bernhard Becker am 21. Dezember 1937. Mehr als 1000 Menschen schließen sich dem Trauerzug an.

(† 14.Dezember 1937 in Frankfurt)

Quelltext Katalog „Es lebe die Freiheit“

 

Wir hatten auch oft Angst

Ernst Michael Jovy (* 09. März 1920 in Gladbeck) der Sohn des gleichnamigen parteilosen Bürgermeisters von Gladbeck, war zur Zeit des Nationalsozialismus Mitglied einer oppositionellen Jungenschaftsgruppe im Rheinland. Wie viele andere bündische Gruppen suchten die Jungen einen Weg aus den Zwängen der NS-Diktatur und der Hitlerjugend. Nach dem Vorbild der verbotenen dj.1.11 entwickelte sich eine eigene bündische Gruppenkultur.

Ende 1939 verhaftete die Gestapo die Mitglieder der Jovy-Gruppe. 1940 und 1941 wurden die Mitglieder wegen „bündischer Umtriebe“ und „Vorbereitung zum Hochverrat“ angeklagt. Michael Jovy wurde als Hauptangeklagter zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt.

Ab 1944 wurde er mit dem Bewährungsbataillon 999 an die Front abkommandiert. Von hier gelang ihm am 1. November 1944 die Flucht.

(† 19.Januar 1984 in Rom)

Quelltext http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Jovy

 

Betrogen und verraten

Helmut Hirsch (*27. Januar 1916 in Stuttgart) ist als amerikanischer Staatsbürger geboren. Seine Eltern hatten die amerikanische Staatsbürgerschaft durch einen mehrjährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten erhalten, sie nach dem Ersten Weltkrieg jedoch wieder verloren. Sie waren 1910 nach Stuttgart zurückgekehrt. Hirsch wuchs in Stuttgart auf und legte dort am Dillmann-Gymnasium sein Abitur ab. Im Alter von 15 Jahren trat er in Stuttgart der bündischen Horte von Helmut Haug bei, genannt schnipp, in der dj.1.11, in der er wesentliche Prägungen erfuhr. Diese Organisation wurde 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verboten. Nachdem Juden im Sommer 1935 ein Studium an einer deutschen Hochschule infolge der Nürnberger Gesetze untersagt worden war, emigrierte Hirsch im Herbst desselben Jahres nach Prag, wo er ein Architekturstudium aufnahm. Den Kontakt zu den Stuttgarter Freunden der inzwischen verbotenen dj.1.11 hielt er weiterhin aufrecht.

In Prag kam Hirsch auf Anregung von Eberhard Koebel in Verbindung zu der von Otto Strasser gegründeten Hitler-feindlichen Schwarzen Front. Strasser und Friedrich Beer-Grunow, der Organisationsleiter der Schwarzen Front, versuchten Hirsch davon zu überzeugen, sich aktiv am Widerstand gegen die Nationalsozialisten zu beteiligen. Hirsch sollte einen Anschlag in Deutschland verüben, um die Deutschen und auch das Ausland aufzurütteln. Nach anfänglichem Zögern willigte Hirsch ein, am 24. Dezember 1936 einen Sprengstoffanschlag auf eine Säule des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg zu verüben. Hirsch bestand darauf, mit der Sprengung kein Menschenleben in Gefahr zu bringen – es sollte ein Symbol des NS-Regimes getroffen werden. Hirsch trat seine Reise nach Nürnberg am 20. Dezember mit dem Zug an. Doch bereits am nächsten Tag, dem 21. Dezember 1936, wurde er dort von der Stuttgarter Gestapo verhaftet.

Am 8. März 1937 wurde Hirsch vom Volksgerichtshof in Berlin wegen der „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens unter erschwerenden Umständen“ zum Tode verurteilt. Hirschs Familie ging an die Öffentlichkeit, um sein Leben zu retten. Auf Drängen der Familie gaben die Vereinigten Staaten Hirsch die Staatsbürgerschaft nun zurück. William Dodd, der amerikanische Botschafter, intervenierte zugunsten Hirschs persönlich bei Adolf Hitler, der das Gnadengesuch aber ablehnte. Hirsch wurde am 4. Juni 1937 in der Strafanstalt Plötzensee durch das Fallbeil hingerichtet. Er war damit der erste von den Nationalsozialisten hingerichtete US-Bürger.

(† 04.Juni 1937 in Berlin)

Quelltext http://de.wikipedia.org/wiki/Helle_Hirsch

 

Zuschlagen bevor es zu spät ist

Lorenz Knorr (*18. Juli 1921 in Eger/Westböhmen) ist ein deutscher sozialistischer Politiker (SPD, später DFU, DKP), Journalist und Antifaschist. Einer Arbeiterfunktionärsfamilie entstammend, war Knorr vor dem Zweiten Weltkrieg Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Tschechoslowakei und widmete sich während der Zeit des Nationalsozialismus antifaschistischen Tätigkeiten wie der Verbreitung von Informationen und Publikationen, Sabotageakten an Rüstungs- und Kriegstransporten und Sprengungen von Munitionslagern. Im Mai 1942 und im Herbst 1944 wurde er deshalb wegen „Wehrkraftzersetzung“ vor einem Kriegsgericht angeklagt und verurteilt.

Nach britischer Kriegsgefangenschaft, in der er Aufklärung über die NS-Verbrechen leistete, stieg er vom Landessekretär der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken (SJD) in Bayern 1947 zu deren Bundessekretär (1950 bis 1960) auf.

Quelltext http://de.wikipedia.org/wiki/Lorenz_Knorr

 

Krieg dem Wahnsinnskrieg

Hanno Günther (*12. Januar 1921 in Berlin) war ein deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Seit Ostern 1928 besuchte Hanno Günther die damals bekannteste Reformvolksschule, die Rütli-Schule in Berlin-Neukölln, wo seine Mutter Maria Menzel Lehrerin war. Nachdem die Schule 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde, ging er 1934 auf die Insel Scharfenberg, wo er die Schulfarm in der Hoffnung besuchte, dort sein Abitur ablegen zu können. Doch schon im folgenden Jahr wird er der Schule verwiesen.

Während seiner Berufsausbildung zum Bäcker bekam Günther Kontakt zu einer kommunistischen Widerstandsgruppe um Elisabeth Pungs. Nach dem Überfall auf Polen im Jahr 1939 verbreitete er mit ihr die ersten Flugblätter, die illegal in Hausfluren und Briefkästen verteilt wurden.

Hanno Günther bildete später mit ehemaligen Schulkameraden der Rütlischule eine kleine Widerstandszelle, die regelmäßig Lesungen von marxistischen Schriften veranstaltete und Kontakte in den kommunistischen Widerstand pflegte, unter anderem zum KPD-Funktionär Herbert Bochow.

Am 28. Juli 1941 gelang es der Gestapo die Widerstandszelle zu zerschlagen. Hanno Günther wurde mit seinen Freunden Dagmar Petersen, Emmerich Schaper, Wolfgang Pander und Bernhard Sikorski verhaftet. Nach teilweise brutalen Verhören fand am 9. Oktober 1942 der Prozess gegen die Gruppe vor dem Volksgerichtshof statt, Dagmar Petersen wurde zu sieben Jahren Zuchthaus, alle anderen Angeklagten zum Tod verurteilt. Emmerich Schaper starb vor seiner Hinrichtung an den Folgen der Verhöre. Hanno Günther und die anderen sechs seiner Freunde wurden Anfang Dezember 1942 in Plötzensee hingerichtet.

(† 3. Dezember 1942 Berlin-Plötzensee)

Quelltext http://de.wikipedia.org/wiki/Hanno_G%C3%BCnther

 

Ich bleibe stark

Gerhard Liebold (*12. Juni 1922 in Trünzing) wuchs mit seinen Eltern und zwei Geschwistern im Vogtland auf. Nach der Schule absolviert er eine Ausbildung zum Gärtner in Plauen.

Anfang der 1930er Jahre hatte sich sein Vater der Religionsgemeinschaft der „Bibelforscher“ angeschlossen, wie sich die Zeugen Jehovas damals nennen. Sie lehnen den Nationalsozialismus ab, denn für sie stehen die Gebote der Bibel über allen staatlichen Machtansprüchen.

Vier Monate nachdem sein Vater im Mai 1941 als Kriegsdienstverweigerer wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ hingerichtet wurde, erhält der 19-jährige Gerhard Liebold die Einberufung zur Wehrmacht. Aus Glaubens- und Gewissensgründen entscheidet er sich, zu handeln wie sein Vater: Er verweigert den Dienst an der Waffe.

Gerhard verbringt eine kurze Zeit in der Hitlerjugend. Nach der Hinrichtung seiner Vaters bleibt er den Treffen endgültig fern. Weil er den Wehrdienst ablehnt, muss er untertauchen. In Berlin nimmt er Kontakt zu anderen Zeugen Jehovas auf.

15 Monate lang kann sich Gerhard verborgen halten. Ende Dezember 1942 führte die Gestapo eine größere Suchaktion gegen Zeugen Jehovas in Brandenburg und Berlin durch. Wie viele seiner Glaubensbrüder steht Gerhard Liebold auch vor Gericht fest zu seiner Entscheidung, nicht in den Krieg zu ziehen. Gerhard Liebold wird wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und hingerichtet.

(† 6. Mai 1943 Hinrichtung im Zuchthaus Brandenburg - Görden)

Quelltext Katalog „Es lebe die Freiheit“

 

Radiobastler im Widerstand

                                   

Walter Klingenbeck (*02. März 1924 in München) stammte aus einer katholischen Familie, die Anfang der 20er Jahre von dem fränkischen Ort Fechenbach/Main nach München gezogen war. Er war überzeugtes Mitglied der katholischen Jungschar St. Ludwig, bis sie 1936 durch das NS-Regime verboten und aufgelöst wurde. Diese Tatsache erweckte seine frühe regimekritische Einstellung.

Im Frühjahr 1941 schlossen sich vier Lehrlinge, im Alter zwischen 16 und 17 Jahren, zusammen. Sie verband eine ähnliche politische und religiöse Einstellung. Die vier Freunde hatten eine große Leidenschaft für Technik, besonders für das Radio. Schließlich versuchten sie einen eigenen Schwarzsender aufzubauen. Sie überlegten sich Namen für ihren Sender: „Radio Rotterdam“, um an die Vernichtung der Stadt durch die eigene deutsche Luftwaffe zu erinnern, oder „Sender der Freiheit“ oder „Gustav Siegfried 8“.

Im Sommer 1941 erging über BBC der Aufruf, das V-Zeichen als Kürzel für das englische Wort „victory“ zu verbreiten um damit den Sieg der Alliierten anzukündigen. Im September 1941 malte Klingenbeck mit schwarzem Altöl große V-Zeichen an etwa 40 Gebäude im Süden Münchens, im Stadtteil Bogenhausen und vor die SS-Kaserne im Stadtteil Freimann.

Aus Leichtsinn erzählte Klingenbeck von dieser Aktion, so dass er denunziert und am 26. Januar 1942 im Alter von 17 Jahren verhaftet wurde. Wenige Tage später kamen seine Freunde in Haft. Acht Monate saßen die Jungen in Untersuchungshaft. Walter Klingenbeck nahm die gesamte Verantwortung auf sich. Am 24. September 1942 kam es zur Verhandlung am Volksgerichtshof Berlin, der für Hochverrat zuständig war.

Vizepräsident Karl Engert verurteilte Klingenbeck zur Todesstrafe. Drei Tage nach Begnadigung seiner Freunde, am 5. August 1943, wurde Walter Klingenbeck in der Strafanstalt München-Stadelheim im Alter von nur 19 Jahren guillotiniert. Er ist in München auf dem Friedhof am Perlacher Forst bestattet.

(† 5. August 1943 in Stadelheim)

Quelltext http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Klingenbeck

 

Flucht aus der Zwangsarbeit                            

       

Georgia Taneva (*01. August 1923in Malko Trnovo, Bulgarien) kam nach einer abenteuerlichen Flucht durch halb Europa 1929 mit Mutter und Bruder nach Polen. In Warschau fanden sie Unterschlupf im jüdischen Viertel, eine jüdische Schule nahm das nichtjüdische Mädchen, das keinen Pass besaß, auf. Bei dem Überfall auf Polen 1939 verlor die damals Sechzehnjährige ihre Mutter durch einen Bombenangriff.

Ausgerechnet die Witwe eines zaristischen Offiziers, der vor den Bolschewisten geflüchtet war, nahm sich nun der verwaisten Tochter eines bulgarischen Revolutionärs an. Doch im Januar 1941 wurde Georgia, wie viele Tausende andere Frauen und Mädchen auch, auf offener Straße bei einer Razzia in Warschau ergriffen und nach Deutschland zur Zwangsarbeit verschleppt. In München musste sie Zwangsarbeit in einer Reifenfabrik leisten. Dort schloss sie sich einer Widerstandsgruppe an. Zwei Monate später wurde sie verhaftet, konnte aber fliehen. Über Wien flüchtete sie nach Sofia. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt. Am nächsten Tag fiel sie der bulgarischen Polizei in die Hände, die die Jugendliche an die Gestapo auslieferte.

Tagelang wurde sie von der Gestapo verhört, die nicht glauben mochte, dass ihr die Flucht alleine aus München nach Sofia gelungen war. Es gelang der Gestapo nicht, ihre wahre Identität aufzudecken. Georgia hielt den Verhören stand. Im Mai 1941 schickte man sie nach München zurück. Aber die Metzler Werke wollten die ausgebüchste Zwangsarbeiterin nicht mehr haben. Daraufhin wies man sie in das KZ Auschwitz ein. Von dort kam sie in das KZ Ravensbrück.

Von 1942 bis 1944 arbeitete sie als Nadja überwiegend im Krankenrevier. Sie galt als gewitzt und konnte immer wieder Kameradinnen helfen, indem sie Medikamente für sie stahl oder ärztliche Atteste fälschte. 1945 erkrankte sie jedoch selber an Typhus. Gesundheitlich noch nicht ganz wieder hergestellt, wurde sie im April 1945 auf den Todesmarsch getrieben und konnte sich in einen Wald bei Wesenburg flüchten. Nach ihrer Befreiung durch die Rote Armee kehrte sie in das KZ freiwillig zurück und pflegte die dort verbliebenen Häftlinge, die marschunfähig nicht am Todesmarsch teilgenommen hatten.

Quelltext http://www.gerechte-der-pflege.net/wiki/index.php/Georgia_Taneva

 

Ich sehe die Welt anders                                    

Hildegard Hammermann (*01. August 1923 in Halle an der Saale) wurde durch die innige Beziehung zu ihrem politisch sehr engagierten Vater Gustav Hammermann in ihrer Kindheit und Jugend geprägt. Hilde wächst in Halle an der Saale auf, muss aber mit ihrer Familie 1936 nach Magdeburg – Buckau übersiedeln, nachdem ihr Vater seine Arbeit verloren hatte. Sie beginnt eine Lehre in einem Fotoatelier. Das Geschäft befindet sich in einer Straße mit vielen jüdischen Läden. Der „arische“ Ausbilder, der eine jüdische Frau hat, fordert von ihr, in den Bund Deutscher Mädel oder die nationalsozialistische Gewerkschaft einzutreten. Sie weigert sich – trotz der Drohung, ihre Lehre abbrechen zu müssen. Sie erlebt am 9. November 1938 auf dem Weg zu ihrer Arbeit, wie die Geschäfte jüdischer Bürger geplündert werden.

Ab Ende 1942 stellt sie ihre Hinterhauswohnung für illegale Treffen einer kommunistischen Widerstandsgruppe zur Verfügung. Ihr Ehemann weiß nichts davon, er ist an der Front. Sie selbst arbeitet als Kurier und befördert  - etwa im Kinderwagen unter der Matratze – illegales Material. Die Mitglieder der Widerstandsgruppe hören Radio Moskau und englische Sender, in denen auch gefangene Wehrmachtssoldaten aus Magdeburg sprechen. Hilde und andere aus der Gruppe notieren das Gehörte und überbringen die Informationen den betroffenen Familien.

Quelltext: Katalog „Es lebe die Freiheit“

 

Für die Marseillaise ins KZ                                    

Günter Pappenheim (*03. August 1925 in Schmalkalden) wuchs in einer sozialdemokratischen Familie auf. Sein Vater Ludwig Pappenheim war ein bekannter sozialdemokratischer Parteifunktionär in Schmalkalden. Auch seine Mutter Frieda Pappenheim war seit 1925 Mitglied der SPD. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 wurde Ludwig Pappenheim – unter Missachtung seiner Immunität als Landtagsabgeordneter des Landtages Hessen-Nassau – verhaftet. Nachdem er im Gefängnis gefoltert worden war, wurde er ins Lager Breitenau und später in das KZ Börgermoor verschleppt. Hier wurde er im Januar 1934 ermordet.

Nach der Schulzeit begann er eine Lehre zum Schlosser in der Schmalkaldener Werkzeugfabrik „Gebrüder Heller“. Hier hatte er Kontakt zu ausländischen Zwangsarbeitern, die im Betrieb arbeiteten. Anlässlich des französischen Nationalfeiertags am 14. Juni 1943 spielte er für die französischen Zwangsarbeiter auf seiner Ziehharmonika die Marseillaise. Sie wurden denunziert. Nach fünf Tagen des Verhörs und der Inhaftierung im Suhler Gefängnis wurde Pappenheim in das Arbeitslager Gleichberg bei Römhild verschleppt, anschließend wurde er am 15. Oktober 1943 in das KZ Buchenwald deportiert. Hier arbeitete er zunächst in einem Straßenbautrupp, später schickte man den ausgebildeten Schlosser in das Gustloff-Werk, das sich im KZ Buchenwald befand. Mit anderen Häftlingen manipulierte er dabei Teile von Gewehren, um diese untauglich zu machen. Pappenheim erlebte am 11. April 1945 die Befreiung des KZ Buchenwald an seinem Arbeitsplatz.

Bereits am 22. April 1945 begab sich Pappenheim auf den Weg nach Hause. In Schmalkalden setzte er sich aktiv für die Vereinigung von SPD und KPD ein und wurde 1946 Mitglied der SED.

Pappenheim ist seit April 2001 Erster Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos und seit 2005 Vorsitzender der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e. V. Er gehört zudem dem Bundesausschuss der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten an.

Quelltext http//de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Pappenheim

 

Ich bereue nichts                                          

Marianne Cohn (*17. September 1922 in Mannheim) besuchte von Oktober 1932 bis zur Auswanderung der Familie das Mariendorfer Gymnasium in Berlin.  Im Jahre 1934 erfolgte die Emigration nach Paris und bereits im April desselben Jahres die Weiterfahrt nach Barcelona. 1938 erfolgte die Rückkehr nach Frankreich wegen des Spanischen Bürgerkrieges.

Cohn war eine Organisatorin der Zionistischen Jugend in der Südzone des besetzten Frankreichs. Am 31. Mai 1944 versuchte sie, einen Transport von 32 jüdischen Kindern (zwischen drei und 19 Jahren) von Lyon – damals unter deutscher Besatzungsherrschaft – aus in die sichere Schweiz zu bringen. Auf diese Weise sollte die vorgesehene Deportation der Kinder in ein deutsches KZ (zum Zweck ihrer Tötung) verhindert werden. Kurz vor der Grenze scheiterte die Flucht. Cohn und die Kinder wurden ins Gefängnis gebracht. Der Bürgermeister Jean Duffaugt des Ortes Annemasse bot ihr an, ihr allein zur Flucht zu verhelfen, was sie ablehnte, um bei den Kindern zu bleiben. Schließlich wurden die Kinder gerettet, sie selbst aber wurde bei der Befreiung des Ortes am 23. August 1944 tot unter einem Leichenhaufen gefunden.

(† 8. Juli 1944 in Ville-La-Grande, Haute Savoie, Frankreich)

Quelltext http://de.wikipedia.org/wiki/Marianne_Cohn

 

Als U-Boot in Berlin                            

             

Eugen Herman-Friede (*24. April in Berlin) ist ein deutscher antifaschistischer Widerstandskämpfer, der vor allem durch seine autobiografischen Schriften bekannt ist.

Er wächst am Mehringdamm auf. Seine jüdischen Eltern haben sich früh getrennt, seine Mutter hat den Nichtjuden Julius Friede geheiratet. Erst nach seiner Einschulung erfährt er, dass er Jude sei und erlebt die wachsende Diskriminierung und Ausgrenzung. Anfang 1943 reicht der Schutz des nichtjüdischen Stiefvaters nicht mehr aus. Die Familie geht in den Untergrund. Bis Kriegsende wird er bei Freunden, Verwandten und Bekannten in Berlin und dann in Luckenwalde versteckt. Hier stößt er zu der von Juden und „Ariern“ gemeinsam gegründeten Widerstandsgruppe Gemeinschaft für Frieden und Aufbau. Er zieht Flugblätter ab und verteilt sie und er hilft dabei, Verfolgten einen Unterschlupf und falsche Papiere zu besorgen.

Quelltext http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Herman-Friede

 

Nur eins: Überleben                      

                   

Anton Reinhardt (*10. Juni 1927 in Dornhan) wurde in dem kleinen Dorf Weiden bei Dornhan am Rande des Schwarzwalds geboren. Trotz der beginnenden Diskriminierungen durch die Nationalsozialisten bemühten sich die Eltern, Anton und seinen zwei Geschwistern eine behütete Kindheit zu ermöglichen. Er besuchte die Volksschule in Waldshut und war ein begeisterter Schwimmer. Nach seinem Schulabschluss arbeitete er in einer Maschinenfabrik.

Im Sommer 1944 wurde Anton Reinhardt auf Anordnung von NS-Rasseforschern in das Städtische Krankenhaus nach Waldshut gebracht. Dort sollte er gegen seinen Willen sterilisiert werden. Ihm gelang jedoch die Flucht. Ziel war die Schweizer Grenze. Beim Überschreiten der Grenze wurde er am 25. August 1944 von Schweizer Zöllnern aufgriffen und im Bezirksgefängnis Zurzach inhaftiert. Die Schweiz gewährte ihm kein Asyl, er wurde an der Grenze den Deutschen übergeben, die ihn in das KZ Botenfels bei Rottweil verbrachten.

Kurz vor Kriegsende gelang es ihm, aus dem Lager zu entkommen. Auf der Flucht wurde er am Karfreitag 1945 in der Nähe von Bad Rippoldsau im Nordschwarzwald von einer Einheit des "Volkssturms" festgenommen. Auf Drängen von SS-Sturmbannführer Karl Hauger trat ein improvisiertes "Standgericht" zusammen. Anton Reinhardt wurde zum Tode "verurteilt". Hauptmann Franz Wipfler bestätigte als verantwortlicher Offizier der Volkssturmeinheit das Todesurteil mit seiner Unterschrift. Anschließend führte Karl Hauger den Jungen in ein abgelegenes Waldstück. Dort musste dieser sein eigenes Grab schaufeln, bevor ihn der SS-Mann nach schweren Misshandlungen mit einem Genickschuss tötete.

(† 30. März 1945)

Quelltext http://www.sintiundroma.de/sinti-roma/ns-voelkermord/vernichtung/kriegsende/anton-reinhardt.html

 

Retten wir die Stadt!                                                                              

     

Robert Limpert (*15.Juli 1925 in Ansbach) wurde von seinen Eltern in der vorwiegend evangelischen Stadt Ansbach „streng katholisch“ erzogen. Dort besuchte er vier Jahre lang die Volksschule und trat dann auf das humanistische Gymnasium Carolinum über.

1943 wurden Robert Limpert und sein Freund Wolfgang Hammer verdächtigt, während der Nachtwache im Gymnasium, Verdunkelungsvorhänge beschädigt und regimekritische Tafelanschriften angebracht zu haben. Die Schüler wurden nach kurzer Zeit ertappt, und Hammer und Limpert der Schule verwiesen. Jedoch verhalfen der Schulleiter und sein Stellvertreter den beiden Schülern zu der Möglichkeit, an einem Gymnasium in Erlangen unterzukommen.

Am 8. Februar 1945 schrieb Limpert sein Testament im Bewusstsein, dass seine politischen Gesinnung ihn ständig in Lebensgefahr brachte, aber auch unter dem Eindruck seiner schweren Herzerkrankung. Darin nahm er auch seinen Wahlspruch „Pietas, Caritas, Castitas“ auf. Auch schrieb er zu diesem Zeitpunkt seine Todesanzeige.

Nachdem der Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 die Stadt schwer beschädigt hatte, kehrte Limpert nach Ansbach zurück. Während amerikanische Truppen sich von Ochsenfurt her der Stadt näherten, kam es in Standgerichten zu Todesurteilen gegen Menschen, die weitere sinnlose Opfer vermeiden wollten. Limpert verteilte nachts Flugblätter, die zur kampflosen Übergabe der Stadt aufriefen.

Am 18. April standen amerikanische Truppen wenige Kilometer vor Ansbach; nur noch vereinzelte Wehrmachtseinheiten waren zur Verteidigung zurückgeblieben. Nicht wissend, dass der Gefechtsstand des Kampfkommandanten bereits verlegt worden war, durchtrennte Limpert mit der Zange die Telefonverbindung zwischen dem ehemaligen Gefechtsstand und den Truppen in der Vorstadt. Dabei wurde er von zwei Hitlerjungen bemerkt. Limpert wurde in seinem Elternhaus verhaftet. Der Kampfkommandant Oberst Ernst Meyer verurteilte Limpert in einem Standgericht zum Tode. Limpert sollte an einem Haken am Rathaustor gehängt werden; es gelang ihm, sich von seinen Wächtern zu lösen und einige Meter weit zu fliehen, er wurde jedoch zum Rathaus zurückgebracht. Oberst Meyer legte ihm die Schlinge um den Hals, doch als Limpert emporgezogen wurde, riss der Strick. Meyer knüpfte eine neue Schlinge, Limpert wurde abermals emporgezogen und starb wenige Stunden bevor amerikanische Truppen gegen 17:30 Uhr die Stadt übernahmen und den Leichnam abnahmen.

(† 18. April 1945 in Ansbach)

Quelltext http:http//de.wikipedia.org/wiki/Robert_Limpert